17/09/26
Richtfest im MorellenQuartier


Vom Pilotprojekt zur gebauten Realität
Wo vor wenigen Monaten der Grundstein gelegt wurde, ist heute bereits sichtbar, was der Hamburg-Standard leisten kann: bezahlbaren, nachhaltigen Wohnungsbau durch konsequente Vereinfachung, neue Prozesse und die Bereitschaft aller Beteiligten, gemeinsam neue Wege zu gehen.
Das MorellenQuartier in Hamburg-Marienthal ist eines der Pilotprojekte des Hamburg-Standards – und hat schon jetzt Strahlkraft über die Stadt hinaus.
Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen Karen Pein spricht von einem „historischen“ Projekt für Hamburg. Bundesbauministerin Verena Hubertz bezeichnet es als „Vorzeigeprojekt“ und „Vorbild für ganz Deutschland“. Sie wünscht sich, „dass das Beispiel des MorellenQuartiers über die Stadtgrenzen hinwegwächst und vor allen Dingen Früchte trägt“.

Mut und Mindset entscheiden
Für uns macht das MorellenQuartier deutlich: Kostenreduziertes Bauen beginnt nicht bei einzelnen Bauteilen, sondern im Kopf. Auch wenn serielles Bauen und Vorfertigung wichtige Schlüssel sind, verstehen wir den Hamburg-Standard in erster Linie als Mindset. Er erfordert den Mut aller Projektpartner, Gewohntes zu hinterfragen, Verantwortung zu übernehmen und neue Wege zu gehen.
Diese Haltung prägt die Zusammenarbeit von Beginn an. Statt abgeschlossene Planungen nacheinander weiterzureichen, werden Konstruktion, Kosten, CO₂ und Ausführung im Zusammenspiel entwickelt. Die konstruktionsoffene Ausschreibung im LRW-Vergabeverfahren und die frühe Einbindung des Bauunternehmens schaffen dafür einen entscheidenden Rahmen.
Karin Loosen, Partnerin bei LRW und Präsidentin der Hamburgischen Architektenkammer, bringt es auf den Punkt: "Das MorellenQuartier steht nicht nur für eine neue Prozessqualität, sondern auch für eine hohe planerische Leistung und Innovationskraft".

Baukulturell relevant, ökologisch nachhaltig und wirtschaftlich tragfähig
Wie wirksam diese neue Planungskultur ist, lässt sich bereits an konkreten Zahlen ablesen: Mit einem GWP-Wert von 7,2 kg CO₂-Äqu./m²a und Baukosten von rund 3.500 Euro/m² verbindet das MorellenQuartier ökologische und wirtschaftliche Ziele.
Es geht dabei nicht um den bloßen Verzicht, sondern um die Frage, welche Qualität Menschen für gutes Wohnen tatsächlich brauchen – und wie wir diese mit weniger Ressourcen und zu tragfähigen Kosten schaffen können.
Das Richtfest markiert deshalb mehr als einen Baufortschritt. Es macht sichtbar, was möglich wird, wenn Politik, Wohnungswirtschaft, Planung und Bauausführung frühzeitig Verantwortung teilen und neue Lösungen gemeinsam entwickeln.
Auf der Baustelle wird aus diesem Anspruch gerade in hohem Tempo Realität: Jede Woche ein Stockwerk.