
Zum Jägerfeld - Klimagerechtes Weiterbauen mit Bestand
Energetisch veralteter 70er-Jahre-Wohnungsbau wird zum Prototyp des Weiterbauens im bewohnten Bestand: serielle Fassadensanierung, maßvolle Aufstockung und ergänzende Stirnseiten-Neubauten schaffen mehr Wohnraum, bessere Grundrisse und eine zukunftsfähige Energieversorgung – sozialverträglich und wirtschaftlich.
Key Info
Projektstart
2025
Fertigstellung
2025
Kategorie
Wohnen, Quartiere, Wettbewerbe
Status
Studie
Auftraggeber
Ev.-Luth. Gesamtverband Harburg
Größe
4450 m2 BGF
Standort
Hamburg
Aufgabe
Machbarkeitsuntersuchung. Energetische Sanierung und Erweiterung Wohnungsbestand
Fachplanung
AG-Vertretung: Johann Daniel Lawaetz-Stiftung

Nachhaltigkeit & Soziales
Holzbau und Vorfertigung senken CO₂, Bauzeit und Störungen für die Bewohnerschaft. Energetisch setzt das Konzept auf den Umstieg von fossiler Wärme auf Wärmepumpe und PVT-Systeme sowie ein Lüftungskonzept für gesunde Innenraumluft. Gemeinschaftlich nutzbare Räume im Erdgeschoss (optional) stärken das Miteinander und ergänzen die reine Wohnnutzung um soziale Infrastruktur.

Der Dreiklang aus Sanierung, Aufstockung und Neubau nutzt den Bestand als Ressource und ergänzt ihn dort, wo es städtebaulich und genehmigungslogisch Sinn ergibt. Die serielle Sanierung mit Holzmodulen reduziert Baustellenzeit und Emissionen und wertet die Gebäudehülle gestalterisch auf. Die Aufstockung in Leichtbauweise schafft zusätzlichen Wohnraum bei minimierten Eingriffen in die Tragstruktur. Die Stirnseiten-Neubauten folgen einem Effizienzprinzip: Ein genehmigungsfähiger Baukörper wird konsequent wiederholt (optional gespiegelt) – mit Einsparungen in Planung und Ausführung.
Die Wohnanlage Zum Jägerfeld 22–30 (Baujahr 1972–1975) mit 45 Wohneinheiten wird nicht nur energetisch ertüchtigt, sondern systematisch weiterentwickelt: Eine serielle Fassadensanierung mit vorgefertigten Holzmodulen modernisiert die Gebäudehülle schnell und mit geringer Belastung im laufenden Betrieb. Ergänzend entsteht durch Aufstockung um ein Vollgeschoss in Holzmodulbauweise zusätzlicher, barrierearmer Wohnraum. An den Stirnseiten ergänzen viergeschossige Neubauten das Ensemble – einer auf Basis eines Vorbescheids, der zweite als gespiegelt identischer Baukörper optional. Ergebnis ist ein verbesserter Wohnungsmix mit insgesamt 60–68 Wohneinheiten sowie eine erneuerte Energieversorgung


1. Ausgangspunkt – Bestand als Ressource
Der Bestand wird nicht nur ertüchtigt, sondern gezielt transformiert: sozial verträglich, ökologisch wirksam und städtebaulich plausibel.
2. Dreiklang – Sanierung / Aufstockung / Neubau:
Serielle Fassadensanierung: Vorgefertigte Module modernisieren die Gebäudehülle schnell und mit geringer Baustellenbelastung; zugleich entsteht eine architektonische Neuinterpretation der Fassade.
Aufstockung: Ein zusätzliches Vollgeschoss schafft neue, barrierearme Wohnungen – ressourcenschonend und flächeneffizient.
Neubau an den Stirnseiten: Viergeschossiger Neubau, optional ergänzt um gemeinschaftliche Nutzungen im EG; wirtschaftlich konsistent als wiederholbarer Bautyp.
3. Technik & Nachhaltigkeit
Die energetischen Maßnahmen umfassen Dämmung der Gebäudehülle (Fassade/Dach/Kellerdecke), Fenster- und Außentürentausch, hydraulischen Abgleich sowie den Heizungswechsel auf Wärmepumpe + PVT-Kollektoren; ergänzend ein Lüftungskonzept (inkl. Luftdichtheitstest).
Ansprechpartner*in
Kilian Jonak
Dipl.-Ing. Architekt
