Ziolkowskistraße

Ziolkowskistraße - Serieller & Modularer Wohnungsbau

Der Entwurf für die Ziolkowskistraße verbindet serielles und modulares Bauen mit einer ressourcenschonenden Materialstrategie und flexiblen Grundrissen. So entsteht ein wirtschaftliches Wohngebäude für Rostock, das nachhaltige Bauweisen und hohe architektonische Qualität zusammenführt.

Key Info

Baubeginn

2026

Fertigstellung

2028

Kategorie

Wohnen, Städtebau

Status

In Planung

Auftraggeber

MBN GmbH | Bauherr: WIRO


Größe

3.565 qm

Standort

Ziolkowskistraße, Rostock

Aufgabe

Neubau von 34 Wohnungen

Ziolkowskistraße

Zukunftsfähiger Wohnungsbau durch Vereinfachung

Das Projekt Ziolkowskistraße versteht Vereinfachung nicht als Verzicht, sondern als planerische Haltung. Durch serielle Prozesse, reduzierte Standards und intelligente Grundrissorganisation entsteht ein Wohngebäude, das bezahlbaren Wohnraum, Klimaschutz und architektonische Qualität zusammenführt.

Bauaufgabe & Konzept

Das Wohngebäude in der Ziolkowskistraße zeigt, wie serielles und modulares Bauen zu einem wirkungsvollen Instrument für die Bauwende werden kann. Auf fünf Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss entstehen 34 Wohnungen mit einem vielfältigen Wohnungsmix aus 2-, 3- und 4-Zimmer-Wohnungen. Die kompakte Gebäudestruktur und ein außergewöhnlich hoher Effizienzfaktor schaffen maximale Flächenausnutzung bei gleichzeitig hoher Wohnqualität.

Ziolkowskistraße

Seriell & Modular

Grundlage des Entwurfs ist ein konsequent kosten- und ressourcenbewusstes Planungskonzept. Wiederkehrende Wohnungstypen, standardisierte Bauteile und ein hoher Vorfertigungsgrad reduzieren Bauzeit, Materialeinsatz und Ausführungsaufwand. Vorgefertigte Badmodule, Filigrandecken, Fertigteilschächte sowie serielle Blähtonwände ermöglichen einen effizienten Bauprozess und erhöhen zugleich Präzision, Qualität und Langlebigkeit der Konstruktion.

Ziolkowskistraße

Low-Tech

Die Architektur folgt dabei bewusst einem Low-Tech-Prinzip: einfache, robuste und wartungsarme Lösungen ersetzen komplexe technische Systeme. Dezentrale Warmwasserversorgung, reduzierte Elektroausstattung, optimierte Wärmebrücken sowie eine kompakte Bauweise minimieren sowohl Herstellungs- als auch Betriebskosten. Ziel ist ein Wohngebäude, das ökologisch und ökonomisch langfristig funktioniert – ohne gestalterische Qualität einzubüßen.

Ziolkowskistraße

Global Warming Potetntial (GWP)

Besonderes Augenmerk lag auf der Reduktion des Treibhauspotenzials über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes. Durch CO₂-reduzierte Betone mit Recyclinganteilen, recyclebare Konstruktionen, trennbare Bauteile sowie optimierte Materialkreisläufe entsteht ein ressourcenschonendes Gebäude mit minimierter grauer Energie. Die Vorfertigung verkürzt zusätzlich die Bauzeit und reduziert Baustellenemissionen.

Ziolkowskistraße

Flexible Grundrisse für unterschiedliche Lebensmodelle

Die Wohnungen wurden so konzipiert, dass sie sich an unterschiedliche Lebenssituationen anpassen können. Optionale Zonierungen durch gezielt eingesetzte Trennwände ermöglichen flexible Wohnformen zwischen offenen und klassischen Grundrissen. Großzügige Wohn- und Kochbereiche können ebenso realisiert werden wie getrennte Küchen- und Flurlösungen.

Auch Aspekte der Barrierefreiheit und langfristigen Nutzbarkeit wurden integraler Bestandteil des Entwurfs. Sämtliche Wohnungen im Erdgeschoss sowie im Regelgeschoss erfüllen die Anforderungen der Barrierefreiheit gemäß § 50 LBauO M-V. Flexible Grundrissstrukturen ermöglichen darüber hinaus rollstuhlgerechte Anpassungen sowie alternative Nutzungen – etwa die Umwandlung von Abstellräumen in Homeoffice-Bereiche.

Janka Kloster

Janka Kloster

Vereinfachung ist nicht einfach – aber richtig umgesetzt ein enormer Hebel im Wohnungsbau.

Ziolkowskistraße
Ziolkowskistraße

Fassade & Materialität

Die Fassadengestaltung verbindet Wirtschaftlichkeit mit architektonischer Präzision. Eine klare vertikale Gliederung durch zurückgesetzte Sturzelemente und die proportionierte Anordnung von nur zwei Fenstertypen schaffen ein ruhiges und identitätsstiftendes Erscheinungsbild. Die vorgestellten Balkone aus Stahl sind konstruktiv effizient und stärken gleichzeitig die räumliche Tiefe der Fassade.

Ergänzt wird die Fassadengestaltung durch ein einheitlich ausgebildetes Staffelgeschoss mit massiven Brüstungen aus WU-Beton. Die robuste Konstruktion dient sowohl als wirtschaftliches als auch gestalterisches Element im Sinne des kostenreduzierten Bauens. Pergolen mit Sonnensegeln zonieren die Freisitze und schaffen geschützte Außenräume. Die Fassadenvarianten der Hauptgeschosse werden durch ein klar ablesbares Dachvolumen zusammengefasst.

Die Putzfassade mit Körnungs- beziehungsweise Besenstrichstruktur verfolgt einen einfachen und wirtschaftlichen Fassadenaufbau. Ergänzend werden PV-Anlagen beziehungsweise Balkonkraftwerke integriert. Die Fassadengliederung erfolgt über die Anordnung der Fensterformate sowie konstruktiv vorgestellte Balkone.

Ziolkowskistraße

Ansprechpartner*in

Tamer Hakmi

Dipl.-Ing. Architekt

Tamer Hakmi
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