
Trierer Straße, Köln
In der Trierer Straße in Köln entsteht geförderter Wohnungsbau, der Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und architektonische Qualität verbindet. Der Entwurf setzt auf kostenoptimiertes und serielles Bauen in Holzbauweise, kombiniert mit Low-Tech-Prinzipien und hoher Vorfertigung. So entsteht leistbarer Wohnraum mit reduziertem CO₂-Fußabdruck und kurzen Realisierungszeiten – als Beitrag zu einer klimabewussten Stadtentwicklung in Köln.
Key Info
Baubeginn
2026
Fertigstellung
2028
Kategorie
Wohnen
Auftraggeber
Stadt Köln - Amt für Wohnungswesen
Größe
4.800 m2 BGF
Standort
Trierer Straße, 50674 Köln
Aufgabe
Holzbau Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage

Der kompakte Baukörper ergänzt die bestehende Blockstruktur und stärkt die Raumkante entlang der Trierer Straße. Klare Adressbildung, begrünte Freiräume und die Einbindung des vorhandenen Baumbestands schaffen eine selbstverständliche Integration in das urbane Umfeld und leisten zugleich einen Beitrag zur qualitätsvollen Nachverdichtung in Köln.
Das Grundstück an der Trierer Straße liegt in unmittelbarer Nähe zum Barbarossaplatz und damit an einem Übergang zwischen dichter innerstädtischer Gründerzeitstruktur, großmaßstäblichen Nachkriegsbauten und den Infrastrukturräumen entlang der Bahntrasse. Die Lage eröffnet das Potenzial für eine qualitätsvolle Nachverdichtung innerhalb des bestehenden Blocks: Der Entwurf ergänzt die Blockinnenzone, schafft geschützte Freiräume und formuliert eine klare städtebauliche Adresse. Gleichzeitig vermittelt das Gebäude zwischen den unterschiedlichen Maßstäben und Typologien des Quartiers und stärkt die urbane Struktur des Veedels.


Als Konstruktionsmaterial des Gebäudes ist Holz vorgesehen: Brettsperrholz- und Brettschichtholzkonstruktionen reduzieren die grauen Emissionen gegenüber konventionellen Bauweisen deutlich und ermöglichen eine prognostizierte CO₂-Einsparung von rund 1,9 Millionen Kilogramm. Die hohe Vorfertigung sorgt für kurze Bauzeiten, minimierte Baustellenimmissionen und eine präzise, ressourcenschonende Umsetzung. Gleichzeitig erlaubt das konstruktive System einen späteren Rückbau und die Wiederverwendung der Bauteile im Sinne einer kreislauffähigen Architektur.
Kilian Jonak
Köln braucht Wohnraum, der wirtschaftlich, sozial, klimabewusst und architektonisch präzise zugleich ist.

Die architektonische Haltung orientiert sich an einer robusten und langlebigen Baukultur, die Nachhaltigkeit nicht als technisches Add-on, sondern als gestalterisches Prinzip versteht. Die Fassade aus vorgehängten Tonschindeln verleiht dem Gebäude eine präzise Maßstäblichkeit und eine ruhige, zeitlose Materialität. In Verbindung mit der Holzbauweise entsteht ein warmer, identitätsstiftender Ausdruck, der die Atmosphäre des Quartiers aufnimmt und zugleich eine eigenständige Adresse im Stadtraum formuliert.


Die Grundrisse folgen einem klaren Low-Tech-Prinzip: gebündelte Installationszonen, minimierte Verkehrsflächen und durchgesteckte Wohnungen schaffen wirtschaftliche, robuste und langlebige Strukturen mit niedrigen Betriebs- und Lebenszykluskosten. Passive Maßnahmen wie natürliche Belichtung, Querlüftung, Verschattung und extensive Dachbegrünung reduzieren den technischen Aufwand und verbessern den Wohnkomfort nachhaltig.

Ansprechpartner*in
Kilian Jonak
Dipl.-Ing. Architekt
