
Auf dem Hagen West, Göttingen
Bewahren und weiterbauen: Die gewachsene Gartenstadt in Göttingens Weststadt wird aus ihren eigenen Qualitäten heraus weiterentwickelt. Vertraute Maßstäbe, prägende Grünräume und kompakte Baukörper verbinden Identität mit zeitgemäßem, wirtschaftlichem Wohnraum.
Key Info
Projektstart
2026
Fertigstellung
2026
Kategorie
Wettbewerbe, Wohnen, Quartiere, Städtebau
Status
Wettbewerb
Auftraggeber
Wohnungsgenossenschaft eG Göttingen
Größe
9.593m2
Standort
Auf dem Hagen 6-36, Göttingen
Aufgabe
Nichtoffener, 2-phasiger hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Kontinuität im Maßstab der Gartenstadt
Der Entwurf bewahrt Struktur, Maßstab und Identität der Gartenstadt, schützt Grünräume und Baumbestand und schafft durch kompakte, effiziente Baukörper zeitgemäßen Wohnraum.
Die Gartenstadt fortschreiben
Der Entwurf behält die ehemalige städtebauliche Struktur bei und orientiert sich am Maßstab der Gartenstadt. Durch die Aufnahme des vorhandenen Fußabdrucks bleibt die Setzung des Bestands grundsätzlich erhalten. So wird der Neubau als Fortschreibung des gewachsenen Gebietscharakters entwickelt. Identität, Rhythmus und Körnung des Quartiers werden geschützt und zugleich in eine zeitgemäße Wohnbebauung übersetzt.
Straßenseitig greifen die Gebäude die ehemalige Traufhöhe des Bestands auf und bewahren damit die ursprünglichen Raumkanten des öffentlichen Raumes. Zum Garten hin wird mehr Gebäudetiefe ermöglicht. So entstehen effiziente Grundrisse und ein größerer Wohnungsmix mit unterschiedlichen Wohnungsgrößen.
Durch seitliche Rücksprünge bleiben die Giebelseiten schlank und entsprechen der Maßstäblichkeit der umgebenden Bebauung. Das asymmetrische Dach unterstützt diese Haltung: Die niedrigere Traufe zur Straße stärkt die vertraute Erscheinung im Straßenraum, während die höhere Gartenseite zusätzlichen Spielraum für zeitgemäße Wohnqualitäten schafft.



Grünräume bewahren
Ein wesentliches Ziel des Entwurfs ist der weitgehende Erhalt des prägenden Grünbestands. Durch die Orientierung an der bestehenden städtebaulichen Setzung kann der Baumbestand größtenteils geschützt werden. Der grüne Gartenstreifen bleibt als zusammenhängender Freiraum erhalten und bildet weiterhin ein wichtiges identitätsstiftendes Element des Quartiers.
Die Setzung der neuen Zeilen integriert die Sichtbeziehungen der gegenüberliegenden giebelständigen Gebäude. Die Gebäudelücken werden für kleine Stellplatztaschen genutzt, ergänzt durch Fahrradabstellhäuschen mit Doppelparkern. Dahinter entsteht eine geschützte Kinderspielfläche, die den gemeinschaftlichen Charakter des Wohnumfelds stärkt und die Freiräume sinnvoll gliedert.

Wirtschaftlich und effizient
Die Gebäude sind auf eine kostengünstige, robuste und effiziente Realisierung ausgelegt. Gebäudetiefen zwischen 12 und 14 Metern ermöglichen wirtschaftliche Grundrisse und eine flexible Mischung unterschiedlicher Wohnungsgrößen.
Der Verzicht auf eine Unterkellerung reduziert Baukosten und Eingriffe in den Boden; eine spätere teilweise Unterkellerung bleibt grundsätzlich möglich. Serielle Baukörper und Wohnungen in zwei Typen schaffen eine klare, wiederholbare Struktur, ohne die städtebauliche Vielfalt zu verlieren. Vorgestellte Freisitze erweitern die Wohnungen nach außen und stärken den Bezug zum Gartenraum.

David Sommer
Unser Entwurf bewahrt die maßstäbliche Identität der Gartenstadt, schützt die prägenden Freiräume und schafft zugleich effizienten, zeitgemäßen Wohnraum.

Klare Architektur, großzügige Freisitze
Mit einfachen, kompakten Baukörpern, rechtwinkligen Ecken und einer klaren architektonischen Haltung entsteht ein wirtschaftliches und zugleich ortsbezogenes Wohnquartier. Großzügige Freisitze zur Landschaft nach Südwesten werden als Balkongerüste vor die Gebäude gestellt. Der Quartiersabschluss wird gezielt akzentuiert und bildet einen angemessenen städtebaulichen Abschluss.


Ansprechpartner*in
David Sommer
Dipl.-Ing. Architekt, Stadtplaner
