Alte Feuerwache

Alte Feuerwache Kiel

Zwischen Altstadt, Wasser und Park

Stadt weiterbauen

Mit der Entwicklung des Quartiers Alte Feuerwache erhält die Kieler Altstadt ihren historischen Stadtrand zurück. Auf einer lange als Parkplatz genutzten Fläche entsteht ein lebendiges Wohnquartier, das die historische Stadtstruktur neu interpretiert und die Verbindung zwischen Innenstadt, Wasser und Grünraum wieder erlebbar macht. Statt eines isolierten Neubaus entsteht ein selbstverständlicher Teil der Stadt.  

Key Info

Baubeginn

2013

Fertigstellung

2016

Kategorie

Wohnen, Quartiere, Städtebau, Arbeiten

Auftraggeber

PAF Projektgesellschaft, Alte Feuerwache mbH, Kiel (BIG-Immobilien GmbH und FRANK Heimbau Nord GmbH)

Größe

13.000 m2 BGF gesamt oberirdisch

Standort

Kiel Altstadt, Jensendamm 10

Aufgabe

Neubau von 68 Eigentumswohnungen, 6 Stadthäusern, 50 Studentenapartments und einer Gewerbeeinheit (zusammen mit BLK2 Archtitekten). Realisierung nach 1. Preis kooperatives Gutachterverfahren "Alte Feuerwache"

Auszeichnung

Anerkennung Polis Award 2017 in der Kategorie "Reaktivierte Zentren", Auszeichnung Deutscher Städtebaupreis 2018, 2. Rang BDA Architektur Preis Schleswig-Holstein 2019

Fachplanung

Statik: d/b/d Planungsgruppe Dröge Baade Drescher GmbH & Co. KG TGA Planung: Petersen Ingenieure GmbH Brandschutz: Ingenieurbüro T. Wackermann GbR Schallschutz: Taubert und Ruhe GmbH Wärmeschutz: Schlüter + Thomsen

Freiraumplanung

kfp – Kontor Freiraumplanung, Hamburg

Planungsleistung

Gutachten 2012, Vorentwurf, Entwurf, Bauantrag, Ausführungsplanung

Fotos

Dorfmüller | Klier

Geschichte als Entwurfsprinzip

Der Entwurf orientiert sich an den historischen Raumfolgen Kiels. Die neue Wohngasse öffnet den Blick auf die Nikolaikirche und knüpft an den ehemaligen Übergang zwischen Altstadt und Landschaft an. Gleichzeitig bleiben die Spuren der Vergangenheit im öffentlichen Raum sichtbar: Die Lage der historischen Stadtmauer wird durch Bodenintarsien und Sitzobjekte erlebbar und macht Stadtgeschichte Teil des Alltags.  

Urbanität im menschlichen Maßstab

Unterschiedlich proportionierte Baukörper, Loggien, Erker und Hauseingänge gliedern das Quartier in überschaubare Nachbarschaften. Die kleinteilige Fassadengliederung und die Verwendung von Backstein greifen die Materialität der Kieler Altstadt auf und übersetzen sie in eine zeitgemäße Architektursprache. Zwischen öffentlichem Straßenraum und privaten Wohnungen entstehen fein abgestufte Übergänge, die Begegnung ermöglichen und zugleich Privatheit schaffen.

Die beste Form der Nachhaltigkeit ist eine Stadt, die ihre Geschichte weitererzählt.

Stadtreparatur mit Zukunft

Die Alte Feuerwache zeigt, wie Nachverdichtung mehr sein kann als das Schließen einer Baulücke. Das Quartier stärkt das Wohnen in der Innenstadt, aktiviert einen lange ungenutzten Ort und verbindet historische Identität mit zeitgemäßen Wohnformen. So entsteht ein nachhaltiger Stadtbaustein, der Vergangenheit und Zukunft selbstverständlich miteinander verbindet.

Freiraum als verbindendes Element

Der öffentliche Raum wird zum Mittelpunkt des Quartiers. Eine autofreie Wohnstraße verbindet die Gebäude miteinander und schafft Platz für Aufenthalt, Nachbarschaft und Bewegung. Private Gärten, Loggien und gemeinschaftliche Freiräume ergänzen sich zu einem vielfältigen Wohnumfeld, das urbane Dichte mit hoher Lebensqualität verbindet.  

Ansprechpartner*in

Karin Loosen

Dipl.-Ing. Architektin BDA, Stadtplanerin

Karin Loosen, LRW
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